Evidenzbasierung der kardiologischen Rehabilitation
Evidenzbasierung der kardiologischen Rehabilitation und Beitrag der
DRV-Therapiestandards aus klinischer Sicht
Die Ziele der kardiovaskulären Rehabilitation beinhalten neben der Optimierung der Sekundärprävention
zur Reduktion von Morbidität und Mortalität auch die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
und der Lebensqualität sowie die Wiedereingliederung in das soziale und Erwerbsleben.
Dazu sind multimodale InteNentionen auf somatischer, psychologischer, edukativer sowie der sozialen
Ebene durch ein interdisziplinäres Team erforderlich.
In 4 Kohortenstudien aus Deulschland konnte die kardiologische Anschlussheilbehandlung an 10.758
Patienten mit akutem Myokardinfarkt und nach Bypass-Operation die Gesamtmortalität, die Reinfarktrate
und die Hospitalisierung im Verlauf von 1-2 Jahren signifikant reduzieren. Diese Ereignisreduktion
gelang zusätzlich zu einer interventionellen Akuttherapie und einer Evidenz basierten medF
kamentösen Sekundärprävention. Erstmals wurde 2004 von Baessler et al. (n=1.177) gezeigt, dass 3
Wochen AHB zu einer signifikanten Reduktion der Reinfarktrate im Verlauf von 2 Jahren führen (RR
0,59 (95% Cl: 0,40 - 0,93) p<0,02). lm Rahmen des ACOS Registers (n=4.547\ konnte die Gesamtmortalität
durch die AHB für Patienten mit STEMI (0,41 (0,28 - 0,60) p<0,001) und NSTEMI (0,53
(0,38 - 0,76) p<0,001) signifikant gesenkt werden. Diese Effekte waren auch in den Subgruppen Alter
> 70 Jahre (0,44 (0,27 - 0,71) p<0,001 ), mit Typ 2 Diabetes mellitus (0,36 (0,21 - 0,64) p<0,001) und
mit LV-EF <4oo/o (0,27 (0,15 - 0,52) p<0,001) sowie bei Patienten mit NSTEMI, die erst später als 48
h nach Symptombeginn revaskularisiert worden waren (0,39 (0,22 - 0,671 p<0,001 ), nachweisbar. In
einer weiteren Kohortenstudie zur kardiologischen AHB bei 1.474 Patienten mit Koronarer Herzkrankheit
lag die number needed to treat (NNT) zur Verhinderung eines primären kombinierten Endpunkes
(Mortalität, Myokardinfarkt, Revaskularisation, Hospitalisation) im Verlauf von 12 Monaten bei '17
(ARR 0,061), die NNT zur Verhinderung eines Myokardinfarktes lag bei 49 (ARR 0,020). In einer ganz
aktuellen Studie (n=3.560) wurden Patienten über 70 Jahre sowie mit NSTEMI signifikant seltener in
eine AHB verwiesen. Wie bereits in den Voruntersuchungen konnte auch hier die Gesamtmortalität
(0,29 (0,19-0,46) p<0,0001) signifikant gesenkt werden. Diese Effekte waren auch bei Patienten >70
Jahre sowie nach STEMI und NSTEMI nachweisbar. Daher ist es nicht gerechtfertigt, älteren und
NSTEMI-Patienten eine kardiologische AHB vozuenthalten.
Zusammenfassend sollte die kardiologische Rehabilitation bei Patienten mit KHK integraler Bestandteil
jeder Versorgung sein, die sich am dauerhaften Therapieerfolg orienliert. Die individuelle Ausrichtung
der rehabilitativen Maßnahmen auf spezielle Patientengruppen und Indikationen könnte den Erfolg
der Intervention weiter steigern. Wünschenswert wäre die Evidenz der kardiologischen Rehabilitation
in Deutschland auch durch einen RCT abzusichern.
Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Bernhard Schwaab
Klinik Höhenried gGmbH
82347 Bernried
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6.Reha-symposiumdesNRFB,VonderRehafoEchungzurReha-PExis',10.11.November 2011,KlinilHaheni€d,Bemried



